Sollten Skysurfer einen Öffnungsautomaten benutzen?Vor ein paar Wochen war in der englischen Newsgroup uk.rec.skydiving eine Diskussion zu lesen zum Thema: Warum benutzen Skysurfer kein AAD? Die Ursache war ein Artikel im enlischen Skydive Magazin [http://www.skydivemag.com/articles/aug99/bang.htm], in dem es heisst: "Skysurfer sollten sich genau informieren und überlegen, ob sie ein AAD verwenden wollen."
Einer schrieb: "Ich bin zwar selbst (noch) kein Skysurfer, kann mir daher mal jemand den Grund nennen: Warum würde ein Skysurfer NICHT seine Reserve bei 750 ft. aktivieren wollen?"
Er erhielt folgende Antwort: "Ich denke mal, wenn du auf dem Kopf stehst oder sogar unstabil bist und es feuert [das AAD - Red.], vor allem unbeabsichtigt in grösserer Höhe, und die Reserve öffnet sich durch deine Beine, dann hast du ein Problem, wenn du an einer Flaechenreserve hängst."
Ein andere antwortete: "Jemand hat mir mal vor ein paar Jahren gesagt, dass es mit dem unterschiedlichen Luftdruck zu tun hat, der durch die "ungewöhnlichen" Körperpostitionen auf den Höhenmesser einwirkt (im Gegensatz zum "Mit-dem-Gesicht-nach-unten-Fallen"). Ein höherer Luftdruck kann deinen Höhenmesser dazu veranlassen, eine grössere Höhe anzuzeigen als die, in der du dich vermutlich gerade befindest. Ein niedriger Luftdruck kann dazu führen, dass dein AAD "denkt", du bist tiefer, als du tatsächlich bist...."
Offensichtlich herrscht immer noch eine grosse Unsicherheit bei Skydivern darüber, ob sie einen Öffnungsautomaten benutzen sollen oder nicht. Selbst neugierig und unsicher, haben wir eine Email an Airtec - Erfinder und Hersteller des CYPRES - geschickt und hatten innerhalb von 24 Stunden eine Antwort. (Vielen Dank, Kai!)
Stellungnahme von Airtec:
Die Frage ob ein CYPRES durch radikale Bewegungsabläufe irritiert wird, kann eindeutig mit Nein beantwortet werden. Helmut Cloth hat auf genau diesen Punkt bei der Entwicklung des Geräts äußerst hohen Wert gelegt. Mittlerweile haben das die in der Praxis durchgeführten Sprünge (immerhin eine relativ hohe siebenstellige Zahl) mehr als bestätigt. Bei diesen Sprüngen ist keine Achse, um die man sich drehen kann, ausgelassen worden - wir haben unter anderem über Jahre die SSI Pro Tour unterstützt. Es ist in den ganzen Jahren noch nie zu einer ungewollten Auslösung im Freifall gekommen.
Ich sehe auch keinen Grund warum bei einem Skysurfer NICHT die Reserve in einer Höhe von unter 1000 ft geöffnet werden sollte. Immerhin befindet sich der Springer im Freifall und ist ca. 4 sec. vor dem Aufprall auf den Boden - wenn nicht jetzt, wann dann ? - zum Abtrennen des Bretts, stabilisieren und Griffe ziehen ist keine Zeit mehr da. Natürlich ist die Situation nicht besonders günstig, aber die vorteilhafteren Optionen sind leider schon vorher aus der Hand gegeben worden.
Die Gefahr eines sich vorzeitig öffnenden Hauptcontainers durch einen zu losen Loop, einer "losen" Bridle oder einen verschobenen Reservepin, stellen meiner Meinung nach die wesentlich realistischeren Bedrohungen für einen Skysurfer dar. Hope the best!

Skydiver plunges to death at Lodi - October 29, 1999
by Jan DavisOn Friday afternoon at the Parachute Center, a 250+ jumper, James Fullerton, was missing after doing a 2 way. The person he was jumping with reported having broke off at 4200' and deploying his main at 3500'. He looked for Jim's main or reserve, but never saw any sign of deployment. After watching video which showed the 2 ways exit spot, several of us spent hours searching a wooded, brushy creekbed. Most of the fields around the creekbed were bare ground, and there there was no sign of him there.
The sheriff's dept brought in mounted teams, dogs and a chopper to continue the
search as darkness fell. They discovered his body in the vineyards to the west
end of the runway, a considerable distance from the exit point and from the
point where his partner deployed. There was no evidence of attempted deployment
of either the main or the reserve, the main pc was still in it's pouch, the
reserve handle in it's pocket. The reserve had come out of the container upon
impact. His personal rig was equipped with an FXC aad, but it was not turned
on.
It appears he had considerable foward velocity upon impact, and the distance
covered from the break off altitude point to impact point indicates he was in a
hard track the entire time. The Coroner is investigating at this time and no ruling has been made as yet as to whether this incident was intentional.
Jan Davis - flyincamra@aol.com